Wirtshaus Taglaching

Oberdorf 2

85567 Bruck/Taglaching

 

Tel.: 08092 - 336138

Öffnungszeiten:  Donnerstag ab 17:00, Freitag und Samstag ab 12:00 . Jeweils bis Mitternacht. Sonntags geschlossen. 

Wenn Ihr etwas feiern wollt, öffnen wir nach Absprache gerne am Sonntag für Euch.

 

 

 

 Seit Anfang Mai 2018 haben wir neue Bilder in der Wirtschaft hängen:

Ukiyo - e 

New York, Boston, Tokio, Taglaching - was unser kleines Dorf gerade mit diesen Städten verbindet, sind Ukiyo-e, japanische Holzdrucke, die in den erstgenannten Orten in Museen und bei uns in der Wirtsstube hängen.



(Herr Katayama hat hier freundlicherweise „Ukiyo-e“                                                     in japanischen Schriftzeichen für uns aufgeschrieben )

 

 

 

 

 

 

 

Akira Katayama, langjähriger Gast unseres Wirtshauses, hat uns einige seiner Ukiyo-e zur Verfügung gestellt, um der Gaststube wieder einmal ein völlig anderes Ambiente zu geben, diesmal so fernöstlich wie möglich.  

Im ausgehenden 17. Jahrhundert fand in der japanischen Kunstwelt ein großer Umbruch statt, „eine Revolution von unten“ nennt Herr Katayama was damals geschah: war Kunst bis dahin im feudalen Japan nur der Oberschicht zugänglich, wurde sie nun, durch die Kunst des Holzdruckes auch für das Bürgertum erschwinglich. Zwar waren diese Bilder immer noch einer Zensur unterworfen, sie durften weder politisch noch zu erotisch sein (auf vielen der Drucke ist noch das Siegel des Zensors zu sehen), aber erstmals konnte die Bevölkerung Kunst kaufen, sammeln, aufhängen. „Ganz normale Menschen begannen Kunst zu genießen“, begeistert sich Herr Katayama, der selbst seit 30 Jahren diese Holzdrucke sammelt. Er vergleicht das mit der europäischen Renaissance, den Aufbruch aus dem Mittelalter in die Neuzeit.  

Die Motive entspringen dem bürgerlichen Alltag, seinen Schwärmereien und Fantasien: schöne Frauen sind ein beliebtes Motiv, berühmte Schauspieler, idyllische Landschaften. (Die eine Prostituierte, die bei uns hängt, scheint durch die Zensur geschlüpft zu sein). Wörtlich übersetzt bedeutet Ukiyo-e „Bilder der fließenden Welt“, also der sichtbaren, diesseitigen Welt, im Gegensatz zur jenseitigen.  

Zur Herstellung eines Ukiyo-e brauchte es drei verschiedene Künstler: den Maler der Vorlagen, den Schnitzer und den Drucker. Signiert wurden sie nur vom Maler, Schnitzer und Drucker galten eher als Handwerker.

Viele Jahre lang verbrachten die Ukioy-e nun als eine Art Volkskunst nur in Japan, bis europäische Kaufleute sie immer öfter mit nach Hause brachten, und in Europa und den USA langsam ein Markt für sie entstand. Mit der Weltausstellung in Paris 1867, auf der viele japanische Holzschnitte gezeigt wurden, wurden sie jedoch schlagartig im Westen populär.  

Europäische Maler des 19. Jahrhunderts ließen sich von dieser „neuen“ Kunstgattung inspirieren, Claude Monet etwa, auch Édouard Manet.

Vincent van Gogh begann sogar Ukiyo-e zu sammeln. Der Einfluß der japanischen Holzschnitte auf van Goghs Arbeit ist selbst in unserer kleinen Taglachinger Ausstellung zu sehen: wer die Darstellung des Fischers am Fluß genau betrachtet, könnte glauben, die zart gestrichelten Wellen seien von van Gogh persönlich. Es ist ein bezaubernder Überraschungsmoment, in dieser - auf den ersten Blick - fremdartigen Kunst die Handschrift eines der bekanntesten europäischen Maler zu entdecken: das Vertraute im Fremden.  

Wir bedanken uns bei Akira Katayama für die Leihgaben, für den Einblick in eine selten gesehene Kunstrichtung und für seine geduldigen Erklärungen. In erster Linie wolle er das Interesse an japanischer Kunst wecken, sagt er. Aber da er seine Sammlung verkleinern möchte, sind die bei uns hängenden Drucke auch zu verkaufen.

 

Suzanne Viktor

 

   

 Der Kampf gegen das geplante Gewerbegebiet in Taglaching geht 2019 ins 5.Jahr.

 

Hier die aktuelle Stellungnahme des Vorstandes der Schutzgemeinschaft Taglachinger Tal vom 05.Mai 2019

Seit Mittwoch wird nun auf der geplanten Gewerbefläche gebaggert. Das zu sehen tut uns allen in der Seele weh. Skrupellos wird hier wieder mal ein Stück unserer bayerischen Heimat dem Profit einiger und dem persönlichen EGO eines Einzelnen geopfert und ein wunderschönes Stück Landschaft/Landschaftsbild zerstört. Aber alle Einwände und Vorschläge zu Alternativstandorten wurden in den zurückliegenden Jahren, ohne weiteres Nachdenken, vom Tisch gewischt, weil mit dem Kauf des Grundstückes für den Bürgermeister feststand, das genau an dieser Stelle das Gewerbegebiet gebaut werden soll. Gesetzgebung, Landesentwicklungspläne alles nicht so wichtig, schließlich hat man doch genug Spez‘l in der Politik, um seine Interessen durchzudrücken. Aber noch haben wir eine Möglichkeit, um diesen Frevel vielleicht doch noch zu verhindern. Gestern wurde Klage beim Verwaltungsgericht gegen dieses Vorhaben eingereicht. Damit haben wir dann alle rechtlichen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, ausgeschöpft. Nun heißt es auf Richter und Rechtsprechung hoffen.

Schaut gerne am Ort des Geschehens vorbei und schreibt dem Bürgermeister was Ihr von der Zerstörung unserer Landschaft und wertvollem Lebensraum haltet. In der Hoffnung das unser langer Weg nicht vergebens war.

Die untenstehende Zusammenfassung zeigt einige Meilensteine unseres Protestes gegen das Gewerbegebiet

Der Brucker Gemeinderat hat nach 4 Jahren Vorbereitung im Juli 2018 nun doch dem Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Taglaching zugestimmt . Voraussichtlich kann jetzt nur noch eine erfolgreiche Klage beim Verwaltungsgericht den Bau verhindern. Der finanzielle Aufwand ist erheblich und deshalb sind wir nach wie vor auf Spenden angewiesen. Informationen zu unseren Plänen und wie Ihr helfen/unterstützen könnt, erhaltet ihr im Wirtshaus und/oder über die Schutzgemeinschaft Taglachinger Tal eV . Dort sind neue Mitglieder herzlich willkommen.

 

 

Eine sehr gute Zusammenfassung der aktuellen Situation bietet der Artikel in der SZ vom 4.Juli 2018:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/umstrittenes-projekt-der-plan-steht-1.4040270

 

Am 29.05.2017 hat der BR in seiner "Unkraut" Sendung einen sehr sehenswerten Bericht über das  geplante Gewerbegebiet im Taglachinger Tal gesendet. Hier der link mit dem entsprechenden Podcast und einigen zusätzlichen Informationen:

http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/unkraut/themen-nach-rubriken/energie-umwelt/flaechenfrass-im-taglachinger-tal100.html 

 

In der Süddeutschen Zeitung vom 3.April 2017 findet ihr einen ausführlichen Artikel über den Besuch des Grünen Landtagsabgeordneten Christian Magerl in Taglaching, der gut den  Planungsstand des Gewerbegebietes beschreibt.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/bruck-klage-gegen-gewerbegebiet-1.3446867

 

 

   

 In einer Fotomontage sieht man was entsteht, wenn  das von Bürgermeister und Gemeinderat geplante  "Gewerbegebiert Taglaching-Süd" kommt. 

So wird es aussehen, jeder kann in anderen Gemeinden sehen wie Gewerbegebiete Landschaften zerstören und was sie aus einst idyllischen Gemeinden machen-

                             null                               Ein Video vom Künstlerfest 2015 in Taglaching gibt es unter:

https://www.youtube.com/watch?v=YH1jiceQXZ8